Daniela Dröscher: Lügen über meine Mutter

Die Mutter ist dick. Und das ist immer wieder Thema in der Familie. Der Vater fordert von seine Frau immer wieder die Reduktion des Körpergewichtes, damit er endlich das Leben führen kann, das ihm seiner Meinung nach durch das Gewicht seiner Frau verwehrt bleibt. Erzählt wird diese Familiengeschichte aus der Sicht der Tochter als Kind, das Aufwachsen in den 80er Jahren in einem kleinen Ort im Hunsrück. 

Mit besonderer Beobachtungsgabe und der Fähigkeit, Stimmungen zu erzeugen und zu beschreiben, entwirft Daniela Dröscher das Bild einer starken, selbstbewussten Frau, die sich immer wieder mit den Erwartungen ihrer Umgebung auseinandersetzen muss. Die Familie als Ort der Auseinandersetzung, nicht der Unterstützung und eines gemeinsamen Lebens. Das Buch hat mich sehr beeindruckt, ich habe es in einem Rutsch gelesen, manchmal fassungslos, manchmal erheitert, manchmal wütend, aber immer voller Anteilnahme. Völlig verdient ist dieses Buch auf der Shortlist für das „Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels“ und auch auf der Shortlist für den „Deutschen Buchpreis“ und meine Stimme hat es.

Verlag Kiepenheuer & Witsch, 24 €

empfohlen von Anke Brauer

 

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